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Ben Seel

Perspektiven einer Transformation des modernen Rechts

Ben Seel forscht zu der Möglichkeit und Form eines anderen, nachmodernen Rechts. Ausgehend von der aktuellen Debatte um das moderne Recht ist das Vorhaben, die Möglichkeit einer Rechtsform zu erörtern, welche die emanzipatorischen Potentiale des modernen Rechts unter Vermeidung seiner entmündigenden Effekte zu bewahren vermag. Eine kritische Genealogie des Rechts bietet dabei nicht nur die Basis für dessen Kritik, sondern auch dafür, die freiheitsfördernden Potentiale zu erkennen, welche in einem transformierten Recht erhalten werden müssen. Um einen entsprechenden normativen Begriff des Rechts zu entwickeln, ist es unter anderem nötig, die Form des urteilenden Denkens kritisch zu analysieren, welche das bisherige Recht und seine theoretische Untersuchung prägen. Diese Kritik wird durch Interpretationen literarischer und filmischer Unterwanderungen der herkömmlichen Form des rechtlichen Urteilens unterstützt. Die hier auftretenden Spannungen im Rechtsprozess sollen für die Theorie eines „untätigen“ Vollzugs des Rechts fruchtbar gemacht werden, der eine Dynamisierung der Rechtsverhältnisse bewirken und dadurch seine entpolitisierenden und ausgrenzenden Folgen aufheben würde.

Das Vorhaben zielt darauf ab, die Potentiale für einen grundlegenden Wandel der normativen Rahmenbedingungen moderner Gesellschaften zu erforschen. Die Kritik, welche es an der herrschenden Rechtsordnung übt, setzt bei den Ressourcen der (Selbst-)Kritik an, welche der Struktur subjektiver Rechte innewohnen. Verankert in der praktischen Philosophie ist das Projekt eng verbunden mit der Rechtswissenschaft sowie bei der Ausleuchtung der zu behandelnden Umbrüche in Austausch mit der Literatur- und Filmwissenschaft geplant.

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