Springe direkt zu Inhalt

Lisa Paland

Begegnungen herstellen. Zum performativen Wandel des Kuratorischen seit den 1960er Jahren

In den Künsten, der Sprache, der Religion und dem Recht zeichnen sich Normen dadurch aus, dass sie durch performative Wiederholung zur Anwendung kommen. Im Handeln können sie zugleich kritisch reflektiert und transformiert werden. Die kritische Anwendung einer Norm ist somit stets ein performativer Akt.

Das Promotionsprojekt erforscht diesen Zusammenhang aus der Perspektive performativer Ausstellungspraktiken. Seit den 1960er Jahren hinterfragen Künstler*innen und Kurator*innen zunehmend tradierte Normen des repräsentativen Ausstellens von (Kunst-)Objekten, zu denen sich Betrachtende in einer vorgeschriebenen Weise verhalten sollen. Kunstausstellungen zeichnen sich nun vermehrt dadurch aus, dass dort inszenierte Momente des körperlichen Zusammenkommens, des gemeinsamen Handelns und Austauschs stattfinden.

Mit der Adaption von Inszenierungsstrategien aus dem Theater oder dem Tanz eröffnen sich neue Spielräume für die kuratorische Praxis, in denen auch Konzepte von Autor*innenschaft, Produktion und Rezeption neu verhandelt werden. Es stellt sich daher die Frage, wie performative Akte die Normen kuratorischer Ausstellungspraxis seit den 1960er Jahren verändern konnten.

Die Forschungsfrage wird anhand philosophischkulturwissenschaftlicher Performativitätsbegriffe nach Judith Butler und Erika Fischer-Lichte untersucht. Grundlegende Parameter des Performativen werden zunächst theoretisch erarbeitet und anschließend auf drei bis vier Beispiele kuratorischer Praxis übertragen. Hier wird gezeigt, wie diese Ausstellungsprojekte entstanden sind, welche performativen Mittel eingesetzt wurden und wie sie kunsthistorisch gewirkt haben.

Die zentrale Fragestellung des Kollegs aufgreifend, beleuchtet das Projekt am Beispiel kuratorischer Praxis, wie Normen anhand von performativen Akten kritisiert und verändert werden können.

Freie Universität Berlin
Humboldt Universität zu Berlin
Universität der Künste Berlin
dfg_logo_schriftzug_blau