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Ringvorlesung "Kritik als Praxis. Praxis als Kritik"

Eine Übersicht über alle Termine der Ringvorlesung findet sich auf dem Poster sowie unter Events - WiSem 22/23.

Eine Übersicht über alle Termine der Ringvorlesung findet sich auf dem Poster sowie unter Events - WiSem 22/23.
Bildquelle: Melanie Wiener

Die Vorlesungsreihe des GRK "Normativität, Kritik, Wandel" ist der möglicherweise überraschenden These gewidmet, dass Normen ihre bindende Kraft durch Kritik gewinnen. Diese These wird in Bezug auf so unterschiedliche Praktiken wie die Künste, das Recht, die Religion, die Sprache und die Moral verfolgt. Regelfolgen und Normanwendungen in diesen Praktiken führen demnach nicht zu stereotypen Abläufen, sondern zu einer steten Kritik leitender Standards und damit verbunden einem steten Wandel in Bezug auf sie. Normen sind in diesem grundlegenden Sinne zugleich subversiv und verpflichtend, distanzierend und einbindend, entfremdend und aneignend. Diese für das menschliche Handeln wesentliche Spannung in normativen Praktiken zeigt sich in ganz unterschiedlicher Weise in den Handlungskontexten, die Gegenstand der Vorlesungsreihe sind.

Die Vorlesungsreihe »Kritik als Praxis. Praxis als Kritik« eröffnet damit einen interdisziplinären Zugang zum Phänomen der Kritik als einer grundlegenden Dimension menschlicher Praktiken. Kritische Perspektiven auf Standards in Kunst, Moral, Religion, Sprache oder Recht einzunehmen heißt, Standards nicht bloß aus der Beobachter*innenperspektive heraus zu kritisieren, sondern Teilnahme als kritischen Vollzug an der Praxis zu verstehen. Theorie ist Praxis und markiert keinen Ausstieg aus ihr. Das gilt für Kunst, Recht, Religion, Sprache und Moral in je besonderer Weise.

Unsere PIs und PostDocs werden jeweils am Donnerstag von 18.15 bis 19.45 Uhr im Hörsaal 1a der Habelschwerdter Allee 45 ihre Überlegungen präsentieren.

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